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Familie & Mamas
Veröffentlicht am 13. Juli 2026· Aktualisiert am 22. Oktober 2026

Gelassenheit lernen: So begleitest du deine Kinder durch Krisen

Stromausfall, Unwetter, schlechte Nachrichten: Was du deinen Kindern sagst, welche Aufgaben sie übernehmen können und wie ein Notfallplan aussieht, den schon Kita-Kinder verstehen.

Kurz gesagt

Wenn zu Hause etwas schiefgeht, schauen Kinder zuerst auf dich. Hier steht, was du in solchen Momenten sagen und tun kannst, getrennt nach Kita, Grundschule und Teenager, und welches Hörbuch dir dabei hilft.

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Inhalt

  1. 1.Erst du, dann die Kinder
  2. 2.Kinder brauchen eine Aufgabe
  3. 3.Ein Tagesablauf, der hält
  4. 4.Gefühle bekommen einen Namen
  5. 5.Ein Notfallplan zum Anfassen
  6. 6.Das Hörbuch dazu: „Gelassenheit lernen – Innere Ruhe finden“
  7. 7.Für heute Abend

Halb sieben, der Topf steht auf dem Herd, und plötzlich ist es dunkel. Dein Kleiner will wissen, warum. Die Große liest dir vom Handy Schlagzeilen vor. Und du merkst, wie dein eigenes Herz schneller schlägt, während du „alles gut“ sagst.

Kinder merken das. Sie hören deinen Tonfall, bevor sie deine Worte verstehen. Deshalb fängt alles bei dir an.

Erst du, dann die Kinder

Eine Minute für dich

Bevor du irgendetwas erklärst: Stell die Füße fest auf den Boden und spür die Fersen. Dann atme vier Sekunden ein, halte zwei Sekunden und atme sechs Sekunden aus. Dreimal. Dazu kannst du dir leise sagen: „Ich spüre den Boden. Ich atme. Ich kann handeln.“ Das klingt simpel, und es ist auch simpel. Darum funktioniert es, wenn der Kopf voll ist.

Ehrlich sagen, was los ist

Kinder brauchen die Wahrheit, aber in ihrer Größe.

Kita: „Der Strom ist weg. Wir machen es uns mit der Taschenlampe hell, und Mama passt auf.“

Grundschule: „Ein Sturm hat Leitungen kaputt gemacht. Die Stadt repariert das. Wir bleiben zusammen, ziehen uns warm an und spielen was.“

Teenager: „Das wissen wir, und das sind unsere Möglichkeiten. Was übernimmst du?“

Was nicht hilft: Vermutungen laut aussprechen und nebenbei stundenlang Nachrichten laufen lassen.

Wann es mehr braucht

Achte bei dir auf schlechten Schlaf, Gereiztheit, ständiges Scrollen und fehlenden Appetit. Bei Kindern sind es eher Rückzug, Bauchweh, wieder Einnässen, Klammern oder schlechtere Noten. Dann nimm Tempo raus und mach den Alltag einfacher. Hält das länger als zwei, drei Wochen an oder wird es schlimmer, hol dir Unterstützung: Schulsozialarbeit, Erziehungsberatung oder die Kinderarztpraxis. Hilfe zu holen ist vernünftig und hat mit Versagen nichts zu tun.

Kinder brauchen eine Aufgabe

Wer etwas tun kann, fühlt sich weniger ausgeliefert. Das gilt für Dreijährige genauso wie für Erwachsene.

Kita: Packt zusammen den „Mut-Rucksack“ mit Kuscheltier, Mütze und drei Lieblingsbüchern, und lass dein Kind die Taschenlampe testen. Sag dazu: „Du hilfst mit. Das brauchen wir.“

Grundschule: Häng eine Liste zum Abhaken an die Tür: Wasser, Lampe, Kontaktkarte. Verteilt Rollen mit Namen, die Spaß machen, etwa Licht-Scout, Wasser-Wächterin oder Orga-Chef. Übt das einmal, wenn alles ruhig ist. Dann sitzt es, wenn es drauf ankommt.

Teenager: Gib ihnen echte Verantwortung. Powerbanks laden, die Nachbarn in eine Chatgruppe holen, einen Treffpunkt in der Karten-App speichern. Lass sie auch die Nachrichten aus seriösen Quellen zusammenfassen. Zweimal am Tag reicht völlig.

Ein Tagesablauf, der hält

Im Ausnahmezustand hilft ein einfacher Plan am Kühlschrank: aufstehen, raus an die frische Luft, Lernzeit, Bewegung, ein festes Fenster für Medien, zusammen kochen, Abendritual. Die Uhrzeiten dürfen wackeln. Die Reihenfolge sollte bleiben.

Dazu ein paar kleine Rituale:

  • vor dem Essen drei Atemzüge zusammen
  • die 5-4-3-2-1-Übung: fünf Dinge sehen, vier hören, drei fühlen, zwei riechen, eins schmecken
  • vor dem Schlafen die Hand aufs Herz legen und sagen: „Ich bin sicher. Ich bin geliebt. Wir haben einen Plan.“
  • Bildschirme eine Stunde vor dem Schlafen aus

Nach jeder Nachrichtenrunde kurz bewegen oder etwas Albernes machen. Wer lacht, kann nicht gleichzeitig grübeln.

Gefühle bekommen einen Namen

Eine Skala von 0 bis 10 verstehen schon kleine Kinder. „Deine Angst ist gerade bei 7. Das verstehe ich.“ Danach atmet ihr zusammen. Erst benennen, dann beruhigen.

Atemspiele nach Alter: Kita-Kinder halten einen warmen Kieselstein in der Hand und pusten beim Ausatmen wie bei einer Geburtstagskerze. Grundschulkinder machen den „Körper-Scanner“ und spüren von den Zehen bis zur Stirn. Teenager probieren Box Breathing: vier Sekunden ein, vier halten, vier aus, vier halten.

Und dann gibt es noch das Rollenspiel „Stromausfall“. Einer ist Ruhe-Kapitän, eine ist Licht-Scoutin, einer prüft die Infos. Hinterher fragt ihr: Was hat geholfen? Was machen wir beim nächsten Mal anders?

Ein Notfallplan zum Anfassen

Malt zusammen eine Karte mit zwei Treffpunkten, einem in der Nähe und einem weiter weg. Pfeile zeigen die Wege, Fotos zeigen die wichtigsten Menschen. In jedes Portemonnaie kommt eine Kontaktkarte, laminiert auch in den Schulranzen.

Für Kinder, die noch nicht lesen, gibt es ein Poster mit Symbolen: ein Tropfen für Wasser, ein Blitz für die Lampe, ein Herz für die Kontakte. Abgehakt wird mit Stickern. Zweimal im Jahr übt ihr das, ganz locker, eher als Spiel.

Das Hörbuch dazu: „Gelassenheit lernen – Innere Ruhe finden“

Im Hörbuch geht es darum, wie du Stressresistenz aufbaust und mit Ängsten in Krisen umgehst.

Meine Einschätzung: Das Hörbuch ist kein Elternratgeber. Es richtet sich an Erwachsene, die selbst ruhiger werden wollen, wenn alles auf einmal kommt. Und genau da fängt es ja an, wie oben beschrieben. Es dauert gut 4½ Stunden. Wenn du fertige Sätze und Spiele für deine Kinder suchst, steht davon mehr in diesem Artikel als im Hörbuch. Gelesen wird es von einer KI-Stimme („Alexander“), eher lebhaft und so, als würde sie das Thema selbst interessieren. Höre am besten zuerst in die kostenlose Hörprobe rein.

Für heute Abend

Wenn du nur eine Sache machst: Zeichne zwei Treffpunkte auf ein Blatt und häng es an den Kühlschrank. Der Rest hat Zeit bis nächste Woche.

Über die Autorin

Doris Nutzhorn

Ich veröffentliche eigene Hörbücher und teste, wie sich KI-gesprochene Titel im Alltag anhören – auf Apple Books, Google Play Bücher und Spotify. Alle Einschätzungen hier stammen aus eigenem Hören und eigener Produktion.

Zuletzt aktualisiert: 22. Oktober 2026

Belege nachlesen: Quellenverzeichnis

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